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Wasserspringen  –  Was ist das eigentlich?             

Das Wasserspringen wird üblicherweise unterteilt in das Kunstspringen vom 1m- und 3m-Brett, das Turmspringen von der 5m-, 7,5m- und 10m-Plattform sowie das High-Diving von 20m bzw. 27m (früher auch als Klippenspringen bezeichnet). Als olympische Sportart wird das Wasserspringen überwiegend (hoch)leistungsorientiert mit entsprechend großem Trainingsumfang betrieben.

In den Deutschen Schwimmverband (DSV) ist das Wasserspringen als Sparte eingegliedert. Dessen Landesverbände organisieren Wettkämpfe (z. B. Baden-Württembergische Meisterschaften). Es bestehen dort Startmöglichkeiten in vielen verschiedenen Kategorien, so gibt es Nachwuchs-Wettkämpfe, Meisterschafts-Wettkämpfe für die Jugend/Junioren und die offene Klasse, Altersklassen-Meisterschaften, Wettbewerbe im Synchron-Springen und dies jahrgangs- oder altersklassenbezogen und für das Springen vom 1m- oder 3m-Brett sowie vom Turm. Bei entsprechendem Leistungsstand kann auch bei den Süddeutschen sowie Deutschen Wassersprung-Meisterschaften gestartet werden. In Baden-Württemberg werden im Januar Winter-Meisterschaften in der Halle sowie im Juli Sommer-Meisterschaften im Freibad angeboten.

Die Nachwuchs-Springerinnen zeigen im Technik-Wettkampf, dass sie mit drei bis fünf Pflichtsprüngen und einem Kürsprung die springerischen Grundlagen beherrschen. Spätestens ab 12 Jahre sind in den Meisterschafts-Wettkämpfen der Jugend dann Sprünge aus allen fünf Sprunggruppen zu präsentieren. Die geforderte Anzahl an verschiedenen Sprüngen steigt von der D- bis zur A-Jugend von sechs auf zehn Sprünge an.

Es gibt sechs Sprunggruppen: Vorwärts-Sprünge, Rückwärts-Sprünge, Auerbach-Sprünge, Delphin-Sprünge, Schraubensprünge sowie ausschließlich vom Turm die Handstand-Sprünge. Für jeden konkreten Sprung ist ein Schwierigkeitsgrad festgelegt. Für die Ausführung des Sprungs werden Haltungswertungen (von 0 bis 10 Punkten) vergeben. Die Punktzahl für jeden Sprung ermittelt sich aus Schwierigkeitsgrad und Haltungswertungen. Es wird für jeden Springer eine Gesamt-Punktzahl als Summe der Punktzahlen aller Sprünge berechnet.

Der DSV legt für Meisterschafts-Wettkämpfe einschließlich der offenen Klasse jahrgangs- bzw. altersklassenbezogene Gesamt-Punktzahlen (=100%-Norm) fest. An die Erfüllung dieser Norm-Punktzahlen knüpft die Kader-Berufung an.

 

Was fasziniert daran so?

Die Bewegung im Raum, das "Fliegen", ist ein wesentliches, charakteristisches Merkmal des Wasserspringens. In der Luft Salti und Schrauben auszuführen, ist sehr reizvoll. Dabei gibt es vielfältige Ähnlichkeiten zum Turnen und vorallem zum Trampolin-Springen. Im Unterschied zu diesen Sportarten erfolgt die Landung im Wasser meistens kopfwärts. Auch ist die Landung zumindest beim Springen vom 1m- und 3-Brett noch relativ weich und gefahrlos.

Das Wasserspringen kann auch eine sehr ästhetische Sportart sein, insbesondere bei guter Körperbeherrschung und "spritzerlosem" Eintauchen. Die Wasserspringer sind athletische Sportler. Diese Athletik haben sie dem umfangreichen Landtraining zu verdanken, das insbesondere turnerische Grundelemente, Beweglichkeit, Krafttraining und Trampolin-Springen beinhaltet.

Für das Erlernen neuer Sprünge ist es erforderlich, dass man sich seiner Angst stellt und sie überwindet. Sich zu überwinden, kann einen sehr beflügeln. Es ist natürlich von Vorteil, wenn man mutig ist. Die Entwicklungsmöglichkeiten sind beim Wasserspringen nahezu "unbegrenzt", denn in jeder Sprunggruppe ist der nächst-schwierigere Sprung nur eine halbe Drehung (Salto, Schraube) entfernt. Der Schwierigkeitsgrad nimmt aber auch dann schon zu, wenn man z. B. von der gehockten in die gehechtete (=gebückte) Ausführung wechselt.

 

Wie groß ist der Trainingsumfang?

In den Wassersprung-Vereinen in Baden-Württemberg werden in der Regel zwei bis vier Einheiten Wassertraining pro Woche angeboten; der Umfang des zusätzlich absolvierten Landtrainings ist sehr unterschiedlich. Für den Umfang des Landtrainings sollten üblicherweise 50 bis 70% des gesamten Trainingsumfangs angesetzt werden. Insgesamt wird in Baden-Württemberg zwar leistungsorientiert trainiert, eine Teilnahme an den Deutschen Wassersprung-Meisterschaften sowie die Aufnahme in die Bundeskader ist so aber nur in seltenen Ausnahmefällen möglich. Es gibt in Deutschland auch einige Vereine mit einem Trainingsumfang von acht bis zwölf Stunden Training pro Woche sowie die Bundesstützpunkte mit angegliederten Sportinternaten, in denen die (Kader-)Athleten für internationale Einsätze vorbereitet werden und der Trainingsumfang noch deutlich darüber hinausgeht.

 

Wasserspringen im TV Konstanz 

Mehrkämpferinnen des TV Konstanz nehmen seit 2011 an reinen Wassersprung-Wettkämpfen teil. Seit dieser Zeit gab es auch eine Trainingszeit pro Woche für das Wasserspringen im alten Schwaketenbad (bis 2015). Derzeit haben die Nachwuchs-Springerinnen eine eigene wöchentliche Übungszeit samstags im Egelseebad/Kreuzlingen. Die älteren Wasserspringerinnen trainieren nach Absprache in der Regel zweiwöchentlich sonntags im Hallenbad Oerlikon/Zürich.

Diese Trainingszeiten finden zusätzlich zum Turntraining der Wettkampf-Gruppe (zweimal pro Woche) statt. Denn wesentlicher Trainingsinhalt beim Wasserspringen ist ein Landtraining, das insbesondere Athletik, Beweglichkeit, turnerische Grundelemente und Trampolin-Springen beinhaltet. Beim TV Konstanz bildet das Turntraining der Wettkampf-Gruppe dieses Landtraining. Deshalb ist das Turnen in der Wettkampf-Gruppe Voraussetzung für die Teilnahme an der Wassersprung-Gruppe. Nur so können die Grundlagen des Wasserspringens zügig und erfolgreich erarbeitet werden und nur so ist das Erlernen von schwierigen Sprüngen möglich.

Der gesamte Trainingsumfang der Konstanzer Wasserspringerinnen ist somit minimal. Höher gesteckte Ziele werden nicht anvisiert, denn dazu müsste der Trainingsumfang massiv erhöht werden. Wenn das neue Schwaketenbad fertig gestellt ist, dürften zwei Wasser-Trainingseinheiten pro Woche möglich sein.

In den letzten Jahren haben in der Regel zwischen fünf und acht Wasserspringerinnen aus Konstanz an den Baden-Württembergischen Meisterschaften teilgenommen, dabei entfällt jeweils ca. die Hälfte der Starts auf die Nachwuchs- und die Meisterschafts-Wettkämpfe. Überwiegend wird vom 1m-Brett gesprungen, es gibt aber auch noch relativ viele Starts vom 3m-Brett, für Wettkämpfe vom Turm wird dagegen nur in seltenen Ausnahmefällen gemeldet. Der TV Konstanz nimmt bislang nur an den Winter- und Sommer-Meisterschaften in Baden-Württemberg teil, für einen Start bei höherwertigen Wettkämpfen sollten (noch) schwierigere Sprünge insbesondere vom 3m-Brett beherrscht werden. Insgesamt haben bislang 26 Wasserspringerinnen aus Konstanz an den Wassersprung-Meisterschaften in Baden-Württemberg teilgenommen, davon 9 an den Meisterschaft-Wettkämpfen der Jugend, die übrigen in den Nachwuchs-Wettbewerben (Stand 2019).

Trotz des geringen Trainingsumfangs können die Konstanzer Wasserspringerinnen im Vergleich mit den Springerinnen aus den anderen Vereinen in Baden-Württemberg aber (sehr) gut mithalten. Auf Landesebene konnten deshalb schon viele Erfolge verzeichnet werden, so über 50 Titel in den Meisterschafts-Wettkämpfen der Jugend (Stand 2019). Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Wettkampfsport Wasserspringen in Baden-Württemberg in einer familiären Atmosphäre stattfindet. Außerdem haben schon einige Konstanzer Wasserspringerinnen die geforderten Kadernorm-Prozentsätze übertroffen und sind in den Landeskader Baden-Württemberg berufen worden. Die derzeit beste Wasserspringerin in Baden-Württemberg (Stand 2019) kommt aus Konstanz!